Schlüsseldienst muss bei Wucher Geld zurückerstatten

Kunde muss nicht mehr als die Kosten für die schonendste und günstigste Methode der Türöffnung tragen

AG Bremen, Urteil vom 21.04.2009, Az 4 C 0012/08

 

 

Manchmal passiert es einem in der Hektik des Alltags trotz aller Umsicht doch:

Man steht vor seiner Haustür und merkt, dass der Schlüssel fehlt.

Wenn man kein begabter Einbrecher ist, oder einen solchen kennt, ist man auf die Hilfe von Fachleuten angewiesen. Und das kann teuer werden.

Das AG Bremen hat hierzu jedoch entschieden, dass der gerufene Schlüsselnotdien die Not des Kunden nicht für unnütze Maßnahmen und Phantasiepreise ausnutzen darf, sondern nur Kosten für diejenigen Arbeiten berechnen darf, die auch tatsächlich objektiv notwendig waren.

Der Schlüsseldienst muss hierbei die schonendste und kostengünstigste Methode zur Türöffnung wählen.

Auch die Anfahrtskosten müssen genau berechnet werden. Ein Kunde muss darauf vertrauen können, dass nur die Fahrtzeit berechnet werde, die sich aus der Distanz von der Firmenadresse, die im Telefonbuch zu finden sei, zum Einsatzort ergebe.

Hält sich der Schlüsseldienst nicht an die genannten Grundsätze, so kann der Kunde, trotz ausdrücklicher Vergütungsvereinbarung einen Anspruch auf Rückersattung der   zuviel gezahlten Beträge geltend machen, wenn sich die Vereinnahmte Vergütung als sittenwidrig überhöht erweist, also Wucher vorliegt.

Dies ist gem. § 138 BGB dann der Fall, wenn ein grobes Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht. Insbesondere dann, wenn der Wert der Leistung doppelt so hoch ist, wie der Wert der Gegenleistung.

 

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